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Parawing: Der umfassende Ratgeber zum neuen Trend

Person parawing on a blue board with a pink wing over the ocean.
Person parawing on a colorful wing above water under a blue sky.

Das Parawingen ist eine Weiterentwicklung des Wingfoilens für Downwind-Touren. Mit dieser Innovation kannst du auf einem Wingfoil-Board fahren, gegen den Wind aufkreuzen, den Schirm anschließend unkompliziert zusammenlegen – ähnlich wie einen Foilkite – und dann in Windrichtung auf Downwind-Kurs gehen.

Was ist ein Parawing?

Historische Wurzeln (1960er- bis 1970er-Jahre)

Der Begriff Parawing geht ursprünglich auf den „Rogallo Wing“ zurück. Die Idee dahinter war ein leichter, kompakter Schirm, der sich ohne starre Struktur entfalten und steuern ließ. Diesen flexiblen Flügeltyp erfand der US-amerikanische Ingenieur Francis Rogallo für die NASA. Der zusammenfaltbare Flügel aus leichtem, strapazierfähigem Gewebe diente als Prototyp eines steuerbaren Fallschirms und inspirierte später den Hängegleiter sowie die ersten Kites.

Übertragung auf den Foilsport (2010er- bis 2020er-Jahre)

Zwischen 2018 und 2020 kamen kleine, in den Händen gehaltene Softwings ohne Boom und ohne aufblasbare Struts wieder auf – diesmal speziell für das Downwind-Foilen. „Downwind“ bedeutet, sich mit dem Wind fortzubewegen und dabei Dünung oder brechende Wellen abzureiten. Der Begriff wird vor allem in der Schifffahrt und im Wassersport verwendet. Er bezeichnet die Richtung, in die der Wind relativ zum genutzten Sportgerät weht – unabhängig davon, ob es sich um ein Boot, ein Stand-up-Paddle-Board oder ein Wingfoil handelt.

Pioniere auf Hawaii wie Greg Drexler, Shaper und Gründer von Boardriding Maui, experimentierten mit einem leichten, faltbaren „Pocket Wing“, der den Start auf dem Foil erleichtern sollte. Sobald sie auf der Dünung unterwegs waren, konnten sie ihn in einer Tasche verstauen und das Surfgefühl mit freien Händen genießen. Daraus entstanden die ersten modernen Parawing-Modelle, die ab Anfang der 2020er-Jahre für Downwind-Touren und Surf-Foilen auf den Markt kamen.

Worin unterscheiden sich Parawing und Wingfoil?

Parawing und Wingfoil sind zwei Wassersportdisziplinen, bei denen Schirme zum Einsatz kommen. In Konstruktion und Nutzung unterscheiden sie sich jedoch deutlich.

1. Parawing

Beim Parawing fährst du mit einem Foil und einem Softkite, der einem Gleitschirm ähnelt. Du hältst und steuerst ihn über einen Mini-Boom; außerdem kann er an einem Trapez befestigt werden. Seine größten Vorteile sind das geringe Gewicht und das kompakte Packmaß. So kannst du gegen den Wind aufkreuzen, den Schirm anschließend einfach in einem Rucksack verstauen und deine Downwind-Session mit freien Händen genießen – ohne Paddel und ohne einen formstabilen Wing. Parawing kannst du auch an Land oder auf Schnee fahren.

2. Wingfoil

Beim Wingfoilen nutzt du dagegen einen Wing, ein Wingfoil-Board und ein Wingfoil. Du hältst den Wing mit beiden Händen. Wingfoil wird hauptsächlich auf dem Wasser ausgeübt und vermittelt ein einzigartiges Fluggefühl.

Kurz gesagt: Das Parawing ist vor allem auf Downwind-Foilen ausgerichtet. Beim Wingfoilen nutzt du hingegen einen formstabilen Wing und ein Foil, um über das Wasser zu gleiten. Beide Sportarten bieten unterschiedliche Fahrgefühle und jeweils ein ganz eigenes Erlebnis.

Lies auch: Welche Ausrüstung benötige ich, um Wingfoilen zu lernen ?

Die Bestandteile eines Parawings

Ein Parawing ist im Wesentlichen ein Softkite mit Leinen, die an einer kleinen Steuerbar befestigt sind. Über sie hältst und kontrollierst du den Schirm.

Das Segeltuch (oder der Hauptschirm)

  • Material: leichtes und strapazierfähiges Funktionsgewebe, heute meist Ripstop-Nylon oder beschichtetes Polyester.
  • Aufbau: zwei miteinander vernähte dreieckige Stoffbahnen, die ein aerodynamisches Profil bilden.
  • Funktion: Die Form und die Spannung des Gewebes im Luftstrom erzeugen den Auftrieb.

Die Spannleinen

  • Diese Schnüre oder Leinen halten die Form des Schirms, indem sie das Segeltuch mit einem Befestigungspunkt verbinden, etwa mit dem Piloten, einer Gondel oder einem Fallschirmgurt.
  • Sie gewährleisten die Stabilität, verteilen die Kräfte und ermöglichen die Steuerung des Schirms.

Die Verstärkungen

  • Verstärkte Bereiche aus Gewebebändern oder – bei einigen modernen Ausführungen – flexiblen Stäbchen stabilisieren die Vorder- und Hinterkante.
  • Dank dieser Verstärkungen behält das Parawing unter dem Luftdruck sein Profil.

Warum solltest du ein Parawing kaufen und nutzen?

Wenn Downwind-Foilen dein Ziel ist, spricht vieles für den Kauf eines Parawings. Wie beim Kitesurfen ist der Schirm über Leinen mit einer Bar verbunden. Diese Konstruktion bietet dir hohe Leistung bei geringem Kraftaufwand. Das Parawing läuft sehr gut Höhe und ermöglicht dir selbstständige Downwind-Touren.

Mit dem Parawing kommst du auf deinem Foilboard leicht ins Fliegen, kannst gegen den Wind aufkreuzen und anschließend downwind fahren. Dafür legst du den Schirm unkompliziert zusammen, hast keine störende Ausrüstung mehr in den Händen und genießt ein unverfälschtes Surfgefühl.

Person holding a colorful parachute on a beach with mountains in the background.
Colorful kite against a blue sky with clouds.
Person holding a colorful kite against a clear blue sky.

Welche Parawing-Größe ist ideal?

Die ideale Größe eines Parawings hängt von mehreren Faktoren ab, insbesondere von deinem Gewicht, den Windbedingungen und dem vorgesehenen Einsatz, etwa Freizeit oder Wettkampf. Wenn du Anfänger bist, solltest du dich in einem Surfshop beraten lassen und den Schirm vor dem Kauf testen. So vermeidest du Fehlentscheidungen.

Parawing-Größentabelle nach Fahrergewicht und Windstärke. Die Angaben dienen ausschließlich zur Orientierung und ersetzen keine fachkundige Beratung. Wenn du Fragen hast, kontaktiere uns gern unter Tel:+49 0431/25934900 .

Fahrergewicht Leichtwind (5–10 Knoten / 10–20 km/h) Mäßiger Wind (10–20 Knoten / 20–35 km/h) Starkwind (> 20 Knoten / > 35 km/h)
< 50 kg 2,5–3,5 m² 1,5–2,5 m² 1,0–1,5 m²
50–70 kg 3,5–4,5 m² 2,0–3,0 m² 1,5–2,0 m²
70–90 kg 4,5–5,0 m² 2,5–4,0 m² 2,0–3,0 m²
90–110 kg 5,0–5,5 m² 3,0–4,5 m² 2,5–3,5 m²
> 110 kg 5,5–6,5 m² 4,0–5,0 m² 3,0–4,0 m²

Nach welchen Kriterien solltest du dein Parawing auswählen?

Auf diese wesentlichen Kriterien solltest du bei der Wahl deines Parawings achten:

  1. Mindestwind / Windbereich: Manche Parawings fliegen bereits bei sehr wenig Wind, andere sind für Starkwind ausgelegt. Wenn du bei Leichtwind downwind fahren möchtest, ist dieser Punkt entscheidend.
  2. Gewicht und Packmaß: Je leichter sich der Schirm handhaben und zusammenlegen lässt, desto unkomplizierter ist seine Nutzung.
  3. Höhelaufeigenschaften (Upwind): Gute Leistung und ein einfaches Handling am Wind helfen dir, den Startpunkt deiner Downwind-Tour zu erreichen und die Abfahrt voll auszukosten.
  4. Depower / Kontrolle in Böen: Eine wirksame Depower-Funktion erhöht Sicherheit und Komfort und verhindert, dass dich der Schirm bei Böen überrascht.
  5. Materialien / Haltbarkeit: Gewebe, Waageleinen und Griffe beeinflussen die Lebensdauer und das Fahrgefühl maßgeblich.
  6. Vielseitigkeit (Freeride / Downwind / Surf / Welle): Einige Modelle sind stärker auf Freeride ausgelegt, andere auf reines Downwind-Fahren oder Freestyle.

Welche sind die besten Parawings auf dem Markt?

1. Duotone STASH

Wahrscheinlich eines der vielseitigsten und leistungsstärksten Parawings auf dem Markt. Dank seines Single-Skin-Designs mit Double-Skin-Wingtips bietet der STASH eine ausgezeichnete Flugstabilität und wirksame Depower. Dadurch überzeugt er in einem großen Windbereich und bei vielfältigen Steuerwinkeln mit hoher Leistung. Kompakt und ultraleicht ist er ideal für alle, die auf langen Strecken ein besonders direktes, unverfälschtes Gleitgefühl suchen.

Eigenschaften:

  • Welle / Downwind 10/10
  • Benutzerfreundlichkeit 10/10
  • Sprünge 2/10
  • Freestyle 4/10
  • Freeride 8/10

2. Ozone Pocket Rocket

Der Ozone Pocket Rocket ist für sein geringes Gewicht bekannt. Das Modell lässt sich besonders leicht transportieren und ist daher eine interessante Wahl für Fahrer, die eine kompakte Ausrüstung suchen.

Eigenschaften:

  • Welle / Downwind 7/10
  • Benutzerfreundlichkeit 7/10
  • Sprünge 2/10
  • Freestyle 3/10
  • Freeride 7/10

3. ENSIS

Das ENSIS Parawing ist für seine Flugleistung und seine konsequent auf geringes Gewicht ausgelegte Konstruktion bekannt. ENSIS Parawings bieten gute Stabilität und Manövrierbarkeit sowie solide Leistung bei unterschiedlichen Wetterbedingungen. Zudem überzeugen sie durch einfaches Füllen und gute Flugeigenschaften bei leichtem Wind.

Eigenschaften:

  • Welle / Downwind 6/10
  • Benutzerfreundlichkeit 7/10
  • Sprünge 2/10
  • Freestyle 2/10
  • Freeride 5/10

4. F-ONE Frigate

Mit dem Frigate kreuzt du gegen den Wind auf und startest anschließend unkompliziert zu einer langen, freien Downwind-Tour. Der Single-Skin-Schirm bietet eine ausgewogene Kombination aus Stabilität, geringem Gewicht, kompaktem Packmaß und kontrollierbarer Leistung. So ermöglicht er bei unterschiedlichsten Bedingungen ein leistungsstarkes und komfortables Fahrgefühl.

Eigenschaften:

  • Welle / Downwind 7/10
  • Benutzerfreundlichkeit 8/10
  • Sprünge 2/10
  • Freestyle 4/10
  • Freeride 7/10
  Duotone STASH Ozone Pocket Rocket ENSIS F-ONE Frigate
Welle / Downwind 10/10 7/10 6/10 7/10
Benutzerfreundlichkeit 10/10 7/10 7/10 8/10
Sprünge 2/10 2/10 2/10 2/10
Freestyle 4/10 3/10 2/10 4/10
Freeride 8/10 7/10 5/10 7/10

Welches Board eignet sich für das Parawingen?

Wähle ein langes, schmales Wingfoil-Board wie das Duotone Downwinder SLS. Dieses Board wurde speziell für Downwind-Foilen entwickelt und besitzt eine längere, schmalere Shape als ein klassisches Wingboard. Diese Form erleichtert einen frühen, mühelosen Take-off, verbessert die Gleiteffizienz und sorgt für eine schnellere Beschleunigung.

Lies auch: Wie wählst du das richtige Wingfoil-Board?

Wo kannst du in Deutschland Parawing fahren?

In Deutschland findest du geeignete Parawing-Reviere vor allem an Nord- und Ostsee, aber auch an einigen größeren Seen. Besonders interessant sind Spots mit freier Wasserfläche, ausreichend tiefem Wasser für den Foil und möglichst konstantem Wind. Da Parawing noch jung ist, bieten bislang nur wenige Schulen ausdrücklich Parawing-Kurse an. Viele Wingfoil-Schulen können dir jedoch beim Foiltraining, bei der Spotwahl oder mit Materialverleih weiterhelfen.

Das zeichnet einen guten Parawing-Spot aus

Für gute Bedingungen brauchst du:

  • eine ausreichend große, freie Wasser- oder Landfläche, etwa Meer, See, Lagune, Strand oder ebenes Gelände;
  • einen möglichst gleichmäßigen Wind, dessen Stärke zu deinem Fahrkönnen und zur Größe des Parawings passt;
  • ausreichend Wassertiefe für Mast und Foil sowie eine freie Ein- und Ausstiegszone ohne Steine, Buhnen oder starken Badebetrieb;
  • eine gute Erreichbarkeit und nach Möglichkeit eine Schule oder Station in der Nähe. Beachte außerdem lokale Befahrensregeln, Schutzgebiete, ausgewiesene Wassersportzonen und saisonale Einschränkungen.

Geeignete Spots in Deutschland

Region Spot Empfohlene Schule / Station Vorteile des Spots für Parawing / Wingfoil
Schleswig-Holstein Fehmarn – je nach Wind u. a. Burger Binnensee / Wulfener Hals Wingfoil Surfschule Fehmarn (ausdrückliche Parawing-Kurse) Mehrere Reviere für unterschiedliche Windrichtungen, gute Wassersport-Infrastruktur und professionelles Foiltraining. Besonders sinnvoll für Fortgeschrittene, die gezielt ins Parawing einsteigen möchten.
Mecklenburg-Vorpommern Suhrendorf auf Ummanz / Rügen Rügen Kite / Ummaii Großes Flachwasserrevier mit viel Platz und guten Bedingungen vor allem bei westlichen Winden. Der Foilstart erfolgt erst im ausreichend tiefen Bereich hinter der Stehzone.
Mecklenburg-Vorpommern Zingst – Boddenrevier Surf & Wave Club / Surfschule Zingst Meist wenig Welle, viel Platz und vergleichsweise konstanter Wind. Die großen Stehbereiche erleichtern das Handling, für den Foilbetrieb musst du jedoch gezielt tiefes Wasser aufsuchen.
Schleswig-Holstein Speicherkoog Meldorf Wingfoil-Westküste Ruhiges, geschütztes Wasser hinter dem Deich und ein großer Stehbereich machen das Revier übersichtlich. Gut für Handling- und Foiltraining; vor dem Start unbedingt die ausreichende Wassertiefe prüfen.
Schleswig-Holstein Alt-Hohwacht / Hohwachter Bucht Ostwind Segelsport Geschützte Bucht mit flachem Übungsbereich und angrenzendem Tiefwasser zum Foilen. Damit lassen sich Handlingübungen und erste längere Foil-Schläge gut miteinander verbinden.
Schleswig-Holstein St. Peter-Ording Lokale Wingfoil-Schulen, z. B. Kiteguide-SPO Sehr breiter Strand, viel Platz und bei passenden Bedingungen Flachwasserbereiche sowie Nordseewelle. Strömung, Gezeiten und Brandung machen den Spot eher für erfahrene Foiler geeignet.
Baden-Württemberg Bodensee – Allensbach / Untersee Surfschule Treibgut Große freie Wasserfläche und eine Wingfoil-Schule direkt am Revier. Die Windbedingungen sind wechselhafter als an der Küste; Wetter, Schiffsverkehr und lokale Regeln müssen besonders sorgfältig geprüft werden.
Brandenburg Gudelacksee bei Lindow, nördlich von Berlin Wing Club World Gut erreichbares Binnenrevier mit Coaching-Angebot und passenden Bedingungen bei westlichen oder östlichen Winden. Interessant für Trainingstage, sofern Wind, Startzone und Wassertiefe stimmen.

Wie gelingt dir der Einstieg ins Parawingen?

Parawing-Foilen begeistert immer mehr Wingfoiler. Downwind-Foilen im Freefly-Modus eröffnet ganz neue Möglichkeiten. Für einen sicheren Einstieg empfehlen wir dir einen Kurs in einer Wassersportschule. Alternativ solltest du bereits Erfahrung in Wassersportarten wie Kitesurfen oder Wingfoilen haben und die Grundlagen zu Windrichtungen beherrschen. Das erleichtert dir die ersten Schläge.

Wie fliegst du mit einem Parawing?